FOOD
25. Januar 2017

Stiftung Warentest Olivenöl im Test

Viele Mischöle aus Olivenölen aus verschiedenen Herkunftsländern - auch in der höchsten Güteklasse nativ extra - sind mangelhaft.

Viele Olivenöle der höchsten Güteklasse "nativ extra" dürften diese Bezeichnung laut Stiftung Warentest gar nicht tragen. Von 24 Olivenölen dieser Kategorie waren zehn "mangelhaft" ("test"-Ausgabe 2/17). Die Öle schmeckten ranzig, stichig oder alt, kritisierten die Tester. Solche sensorischen Mängel dürfen Olivenöle von höchster Güte nicht haben.

Auch die anderen Öle überzeugten die Experten beim Geschmack nicht restlos. Kaum Schärfe und Bitterkeit, Mittelmaß bei der Fruchtnote, wenig individuelle Noten, lautete das Fazit. Keines der Öle war "gut". Neunmal urteilten die Tester "befriedigend", fünfmal "ausreichend".

Generell monierten sie Mineralöl-Rückstände in allen und falsche Etikettierungen bei den meisten Ölen. Die Besten im Test waren die Discounter-Olivenöle Gut Bio von Aldi Nord, Primadonna von Lidl und Vegola von Netto (alle Note 2,9).

Getestet wurden Mischöle zu Preisen von 5,05 bis 14,70 Euro pro Liter. Sie werden aus Olivenölen aus verschiedenen Herkunftsländern zusammengemischt. Die Öle dürften nicht als "nativ extra" verkauft werden. Fast jedes zweite Öl ist deutlich mit gesättigten Mineralöl-Kohlenwasserstoffen, Mosh genannt, belastet. Sie können sich im Körper anreichern. Ausgerechnet eines der teuersten Öle, ein Bio-Öl für 14,40 Euro pro Liter, ist deutlich mit Mosh und hoch mit Moah belastet. Die aromatischen Mineralöl-Kohlenwasserstoffe, Moah, gelten als potenziell krebserregend.

Vor etwa einem Jahr hatte Stiftung Warentest schon einmal extra native Olivenöle unter die Lupe genommen. Das waren aber keine Mischöle, sondern Öle mit eindeutiger Herkunft. Die Ergebnisse waren noch schlechter als dieses Mal: Jedes Zweite war "mangelhaft". dpa/GW

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Conrad Bölicke von der arteFakt-Olivenölkampagne zum Olivenöltest der Stiftung Warentest