Lifestyle
20. Januar 2018

Stilikone Audrey Hepburn Eleganz und Luxus

Zum 25. Todestag: Audrey Hepburn steht für unnachahmlichen Stil und klassische Eleganz. Dass sie mehr drauf hatte als die Darstellung naiver Mädels im Hollywood der 50er und 60er Jahre, zeigte sie in späteren Jahren.

Von Christiane Oelrich

Bambi-Augen und große Sonnenbrillen, Cocktailkleider und Nickitücher - das ist Audrey Hepburn pur. Der Typ, den die britische Schauspielerin in den 50er und 60er Jahren schuf, ist bis heute zeitlos schick, auch wenn kaum jemand die Mischung aus aristokratischer Eleganz und der Leichtigkeit eines Hollywoodstars so hinbekommen dürfte wie sie. Die Oscar-Preisträgerin starb vor 25 Jahren in Tolochenaz am Genfersee. Sie wurde nur 63 Jahre alt.

Hepburn wollte unbedingt zum Film. Sie nahm Ballettunterricht und spielte kleine Rollen im Theater in London. Eine Autorin sah die Anfang 20-Jährige zufällig und holte sie nach New York an den Broadway. Dort überzeugte die grazile Britin und landete gleich eine der Rollen, mit der sie sich in Hollywoods Bestenliste eingravierte.

Als Prinzessin Anne in dem Klassiker «Ein Herz und eine Krone» saust sie 1953 auf der Vespa durch Rom, inkognito und verliebt in den armen Reporter Joe Bradley (Gregory Peck). Sie bekommt dafür den Oscar. Ähnliche Filme folgen, ebenso der Erfolg: Hepburn 1954 als Chauffeurstochter in «Sabrina» mit Humphrey Bogart, 1959 als Ordensschwester in «Geschichte einer Nonne», als Partygirl Holly Golightly 1061 in «Frühstück bei Tiffany» und 1964 in «My Fair Lady» als Blumenmädchen Eliza Doolittle.

Hepburn bleibt bescheiden: «Ich bin mit etwas geboren worden, was das Publikum zu einem bestimmten Zeitpunkt gefiel. Ich habe einfach instinktiv geschauspielert», sagt sie in einem Interview. Der Erfolg stimmt, aber Hepburn will von ihrem Leben mehr nur den Ruhm durch Schauspielerei in romantischen Komödien. Ende der 60er Jahre zieht sie sich weitgehend aus Hollywood zurück. Die Ehe mit Schauspieler Mel Ferrer geht in die Brüche.

Mit der Geburt ihres zweiten Sohnes 1970 vom zweiten Ehemann Andrea Dotti widmet sie sich zunächst der Familie. Auch diese Ehe hält nicht. Dann beginnt sie, sich wohltätig zu engagieren. Ende der 80er Jahre wird sie Sonderbotschafterin des UN-Kinderhilfswerks Unicef. Sie habe ihr Leben lang auf so eine Rolle gewartet, sagt sie. Bei ihren Reisen in Krisengebiete hilft, dass sie neben Englisch auch Französisch, Spanisch, Italienisch und Niederländisch spricht, alles fließend. Sie hatte Anfang des Zweiten Weltkriegs mit ihrer adeligen niederländischen Mutter ein paar Jahre in Arnhem gewohnt.

«Ich mag den Ausdruck «Dritte Welt» nicht besonders», sagt sie einmal. «Wir leben alle in einer Welt, und die Menschen sollten wissen, dass der größte Teil der Menschheit in Leid lebt.» Hepburn ist ab 1980 mit dem niederländischen Schauspieler Robert Wolders liiert. Ihre Söhne gründen nach ihrem Krebstod in ihrem Namen eine eigene Kinderstiftung, um ihre Arbeit fortzusetzen.

Tolochenaz war Hepburn 30 Jahre eng verbunden. An einem stattlichen Haus am Ortsrand ist eine Plakette zu sehen: «Hier lebte Audrey Hepburn». Das Haus ist heute privat vermietet. «Sie war eine von uns, wir halten sie in hohen Ehren», sagt Ortsvorsteher Salvatore Guarna. Das Örtchen mit nur 1800 Einwohnern hat die berühmte Mitbewohnerin mit einem Audrey-Hepburn-Platz und einer eleganten Büste geehrt. Das schlichte Grab auf dem Dorffriedhof zieht bis heute Fans an.

Vier Jahre vor ihrem Tod hatte Hepburn ihren letzten Filmauftritt: in dem mäßig erfolgreichen Fantasy-Film «Always» von Steven Spielberg. Sie verkörpert darin den Engel Hap, der einen toten Kampfpiloten anleitet, eine Inspiration für Lebende zu sein. dpa

Wissenswertes zu Audrey Hepburn

Wer war diese Frau? Fragen und Antworten zu ihrem Leben anlässlich des 25. Todestages.

Klassiker wie «Frühstück bei Tiffany» und «My Fair Lady» haben aus der Schauspielerin Audrey Hepburn eine Legende gemacht. Hepburn starb vor 25 Jahren, am 20. Januar 1993. Sie lebte 30 Jahre am Genfer See in der Schweiz. Ihr Grab liegt auf dem kleinen Dorffriedhof von Tolochenaz. Das Örtchen ehrte die berühmte Bewohnerin mit einer Büste. Ein Rückblick auf das Leben des Filmstars in Form einer Art Quiz und Wahrheits-Check mit Fragen und Antworten:

FRAGE: Hepburn hat zwar das Goldene Zeitalter Hollywoods der 50er und 60er Jahre geprägt, stammt aber aus Großbritannien - wahr oder falsch?

ANTWORT: Wahr. Hepburns Vater war der wohlhabende englische Bankier Joseph Victor Anthony Ruston.

FRAGE: Hepburn sprach fünf Sprachen - wahr oder falsch?

ANTWORT: Wahr. Hepburn gab Interviews in fünf Sprachen. Sie sprach Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und als Tochter einer Niederländerin auch Holländisch. Sie verbrachte ein paar Jahre während des Zweiten Weltkriegs in Amsterdam.

FRAGE: Hepburn hatte blaues Blut, also war adelig - wahr oder falsch?

ANTWORT: Wahr. Die Adelslinie kam durch ihre Mutter, Ella Baroness van Heemstra. Sie ließ sich nach zwei Söhnen von einem Kolonialbeamten scheiden, ehe sie den Bankier Ruston heiratete. Audrey war das einzige Kind aus dieser Verbindung.

FRAGE: Hepburn wurde zweimal geschieden - wahr oder falsch?

ANTWORT: Wahr. Sie trennte sich 1968 von dem Vater ihres ersten Sohnes, Schauspieler Mel Ferrer, nach zwölf Jahren Ehe. Ein Jahr später heiratete sie den italienischen Psychologen Andrea Dotti, mit dem sie einen zweiten Sohn hatte. Die Ehe ging auch in die Brüche. Ab 1980 war sie mit dem niederländischen Schauspieler Robert Wolders liiert.

FRAGE: Hepburn hat sich mit «Sabrina», «Frühstück bei Tiffany» und «My Fair Lady» zwar als Stilikone unsterblich gemacht, die größte Anerkennung, ein Oscar, blieb ihr aber versagt - wahr oder falsch?

ANTWORT: Falsch. Hepburn bekam den Oscar 1954 für ihre Rolle als Prinzessin Anne, die sich in «Ein Herz und eine Krone» in Rom in den armen Reporter Joe Bradley (Gregory Peck) verliebt. Sie wurde noch viermal nominiert in der Kategorie «Beste Schauspielerin», unterlag dann aber Kolleginnen.

FRAGE: Die US-Schauspielerin Katharine Hepburn ist mit der Britin Audrey Hepburn verwandt - wahr oder falsch?

ANTWORT: Falsch. Die beiden Schauspielerinnen sind nicht verwandt, aber begegneten sich in Hollywood immer wieder. Katharine schrieb Audrey, nachdem die für ihre Rolle in «My Fair Lady» nicht für den Oscar nominiert worden war: «Wir sind entsetzt.» 1968 waren beide nominiert, Audrey für «Warte, bis es Dunkel wird» und Katharine für «Rat mal, wer zum Essen kommt». Katharine gewann.

FRAGE: Audrey Hepburn und Marilyn Monroe hatten einen gemeinsamen Ex - wahr oder falsch?

ANTWORT: Wahrscheinlich wahr. Hepburn soll mit John F. Kennedy in den 50er Jahren ausgegangen sein, als er noch ein unverheirateter Senator war. Kennedys Affäre mit Monroe passierte, als er schon als Präsident im Weißen Haus saß. Hepburn schnappte Monroe die Rolle der Holly Golightly in «Frühstück bei Tiffany» weg. Autor Truman Capote wollte eigentlich Monroe in der Rolle sehen.

FRAGE: Hepburn spielte in einem Spielberg-Film - wahr oder falsch?

ANTWORT: Wahr. In ihrem letzten Film «Always - Der Feuerengel von Montana» (1989) führte der Erfolgsregisseur Regie. Der Fantasy-Film überzeugte an den Kinokassen aber nicht. Hepburn hatte sich in den 70er und 80er Jahren im Filmgeschäft rar gemacht. Sie reiste später als Botschafterin des UN-Kinderhilfswerks Unicef in Krisenregionen und bekam für ihre Verdienste 1993 posthum einen Ehren-Oscar.

FRAGE: Im Film «Ein Herz und eine Krone» wirken Journalisten mit - wahr oder falsch?

ANTWORT: Wahr. In der Schlussszene des Films treffen Prinzessin Anne und der Journalist Bradley bei einer Pressekonferenz noch einmal aufeinander. Dabei sind echte damalige Rom-Korrespondenten aus aller Welt zu sehen und kommen sogar zu Wort: «Kurt Klinger, Deutsche Presse-Agentur», stellt sich ein Mann laut und deutlich vor.