BERLIN
08. Mai 2018

Sumpfkrebse in Berlin Schon über 3000 gefangen

Sumpfkrebse in Berlin | Schon über 3000 gefangen, Foto © maerzkind / fotolia

In knapp einer Woche haben Fischer mehr als 3000 essbare Sumpfkrebse in zwei Berliner Parkseen gefangen. Naturschützer mahnen Prüfen weiterer Gewässer an.

Mehr als zwei Drittel davon gingen im Britzer Garten ins Netz, die übrigen im Tiergarten, wie Wildtierexperte Derk Ehlert von der Umweltverwaltung am Dienstag bilanzierte. Die Tiere - Rote Amerikanische Sumpfkrebse - seien zwischen zwei und vier Jahre alt.

Bereits im vergangenen Sommer waren im Tiergarten knapp 4000 Stück gefangen worden. Damals mussten die Tiere noch vernichtet werden.

Seit einigen Tagen ist klar, dass die Krebse - Nachkommen ausgesetzter Exemplare - nicht mit Schadstoffen belastet sind. Nun darf ein Fischereibetrieb die Krustentiere zum Verzehr verkaufen.
Es ist nicht das erste Mal, dass eine gebietsfremde Art in Deutschland auf den Teller kommt. Die chinesische Wollhandkrabbe, die etwa in der Havel vorkommt, wird nach Angaben Ehlerts von mindestens einem Fischer an asiatische Restaurants verkauft.

In China gelten Wollhandkrabben als Delikatesse. Bei Fischern ist Krabben-Beifang unbeliebt, weil die Tiere mit ihren scharfen Scheren die Netze zerschneiden können. In Deutschland wurden die Krabben vermutlich mit dem Ballastwasser von Handelsschiffen eingeschleppt.

Naturschützer mahnen Prüfen weiterer Gewässer an

Beim Kampf gegen die invasiven Sumpfkrebse plädieren Naturschützer für eine breiter angelegte Überprüfung von Gewässern in Berlin und Brandenburg. Die roten Krebse könnten durchaus bereits in anderen Seen, Teichen oder Flüssen wie der Panke vorkommen, sagte die Biologin Ulrike Kielhorn vom Naturschutzbund Berlin (Nabu) am Dienstag. Die Arbeit kommerzieller Fischer an Stellen mit besonders großem Vorkommen dürfe nicht dazu führen, dass die Krebse andernorts übersehen werden. Ein Monitoring sei nötig.

Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs (Procambarus clarkii oder auch Louisiana-Flusskrebs) steht auf einer Liste der EU-Kommission mit eingewanderten Arten, die potenziell schädlich sind, etwa für einheimische Arten und Ökosysteme. Deshalb soll die Ausbreitung eingedämmt werden. Die Krebse haben kaum Fressfeinde. Aale gehören dazu und wurden in Berlin bereits ausgesetzt. Allein können die Aale den Bestand aber nicht deutlich verringern. dpa

Berliner Sumpfkrebs-Problem bald gegessen?