WEIN
11. Dezember 2017

Trentino im Trend Foradori und der Teroldego

Elisabetta Foradori und die Renaissance des Teroldego: Was wurde sie belächelt von ihren männlichen Winzerkollegen aus dem Trentino, als Elisabetta Foradori 1984 ihre erste Ernte einfuhr. Heute macht sie auch die Ampeleia-Weine.

Aus deren Sicht machte sie so ziemlich alles falsch, was Frau falsch machen konnte. Denn die junge Winzerin war sich sicher: Die Zukunft liegt im regionalen Teroldego, am besten aus Einzellagen, im biodynamischen Weinbau und in der Rückbesinnung alter Gärmethoden und der Verwendung von Amphoren.

Trentino im Trend | Foradori und der Teroldego

Der Teroldego (die Betonung liegt auf der zweiten Silbe) galt zwar als "Local Hero", wurde aber in den Trentiner Weinbergen trotz seiner über 500 Jahre alten Tradition erfolgreich von den "Globalplayern" Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah verdrängt und führte als bedrohte Traubenart eine traurige Schattenexistenz. Bis, ja bis eben Signora Foradori kam und mit Weinen wie dem Sgarzon, dem Morei und vor allem mit ihrem Flaggschiff Granato auch international für Furore sorgte. Heute ist Elisabetta nicht nur das (schöne!) Gesicht des Teroldego, sondern ist auch mit Weißweinen wie dem aus alten Pinot Grigio-Reben gekelterten gefüllten Fuoripista (seit 2014) und der uralten Nosiola (seit 2009) zu einem Fixstern am Trentiner Weinhimmel geworden.

Die spannende Koproduktion: Ampeleia - Ein Weingut als "Après-Ski"

Es gibt in der Toscana noch eine innige Fernbeziehung der Winzerin Elisabetta Foradori. Die Idee entstand gemeinsam mit ihren zwei Südtiroler Freunden Thomas Widmann und Giovanni Podini abends in einer Hütte in den italienischen Alpen. Die drei einte nicht nur die auf einer Skipiste ausgelebte Naturverbundenheit, sondern auch die Liebe zur mediterranen Kultur, die Leidenschaft für das Ursprüngliche und die Suche nach dem idealtypischen Rotwein. Geschmeidig sollte er sein, mit seidener Textur, facettenreich harmonisch, frisch und trinkig. Aber lässt sich eine Idee tatsächlich in eine Flasche füllen?

Trentino im Trend | Foradori und der Teroldego

Und wo ist der ideale Ort dafür? Die Antwort auf Frage 1 lautet: Ja. Die Antwort auf Frage 2: Im Weingut Ampeleia (von griech. ampelos = der Weinstock, die Rebe), gelegen in Roccatederighi, in der südwestlichen Toskana. Hier, in der Maremma, gibt es kaum die pittoresken Zypressenalleen und sanften Hügel. Das Land zeigt sich eher von seiner rauen und wilden Seite.

Die ebenfalls biodynamisch erzeugten Ampeleia-Weine bieten mit Cuvées aus Grenache, Carignan, Alicante Bouschet, Cabernet Franc und Sangiovese eine Quintessenz der wichtigsten mediterranen Rebsorten.

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