14. Februar 2018

Weinmärkte & Trends Champagne, Schweiz und Weiß

Rekordumsatz für Champagner-Produzenten - Schweizer Winzer fuhren kleinste Weinernte seit 1978 ein - DWI: Trockene und weiße Weine stärker gefragt

 

Trockene und weiße Weine stärker gefragt

Trockene Weine liegen im Trend. Dies belegen auch die aktuellen Zahlen aus der Qualitätsweinprüfung. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, wurden im vergangenen Jahr rund 12 Millionen Liter mehr Qualitäts- und Prädikatsweine in der trockenen Geschmacksrichtung abgefüllt.

Dadurch ist ihr Anteil an der gesamten qualitätsgeprüften Weinmenge um einen Prozentpunkt auf 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen und um sieben Prozentpunkte im Vergleich zu 2010. Der Anteil der halbtrockenen Weine ist mit 21 Prozent konstant geblieben.

Weißweine machten im vergangenen Jahr 62 Prozent der deutschen Qualitäts- und Prädikatsweinproduktion aus. Ihr Anteil ist 2017 um zwei Prozentpunkte gestiegen während Rotweine um zwei Prozentpunkte auf 27 Prozent zurückgingen und Roséweine mit elf Prozent unverändert blieben.

Die gesamte qualitätsgeprüfte Weinmenge von 7,6 Mio. Hektolitern liegt um 0,8 Prozent über der des Vorjahres. Sie unterteilt sich in 131.000 einzelne Partien. Im Durchschnitt der Jahre wird rund 84 Prozent der jährlichen deutschen Weinerzeugung qualitätsgeprüft. Der verbleibende Anteil wird beispielsweise als Landwein vermarktet oder für die Sektbereitung verwendet.

Wie das DWI betont, müssen in Deutschland alle Qualitäts- und Prädikatsweine eine sensorische, analytische und bezeichnungsrechtliche Prüfung durchlaufen, bevor sie als solche in Verkehr gebracht werden dürfen. Erst wenn alle erforderlichen Bedingungen erfüllt sind, erhalten sie eine amtliche Prüfnummer (AP-Nr.), die auf dem Etikett anzugeben ist.

Der überwiegende Anteil eines Weinjahrgangs wird im Jahr nach der Ernte qualitätsgeprüft. Je nach Nachfrage, Lagerbestand und Weintyp bringen die Erzeuger ihre Weine auch bereits im Erntejahr oder – etwa im Fall von hochwertigen Rotweinen - erst nach mehrjähriger Reife auf den Markt.

Schweizer Winzer fuhren kleinste Weinernte seit 1978 ein

Nachtfröste im April, Hitze im Sommer, Hagelschlag im August: Schweizer Winzer haben im vergangenen Jahr so wenig Wein geerntet wie seit 40 Jahren nicht mehr. Verbunden mit dieser Meldung hatte das Landwirtschaftsministerium aber auch eine gute Nachricht: Die Traubenqualität ist gut.

Insgesamt produzierten die Schweizer Winzer 79 Millionen Liter, 27 Prozent weniger als im Jahr davor. Sie bewirtschaften 14 750 Hektar Rebflächen, unter anderem in der Region am Genfer See, im Tessin und im Nordosten des Landes. Weil einige Schweizer Landwirte durch die schlechte Ernte in eine Notlage gerieten, stellte die Regierung nach Angaben des Ministeriums Darlehen im Umfang von 9,5 Millionen Franken (8,3 Millionen Euro) zur Verfügung.

Rekordumsatz für Champagner-Produzenten

Die Champagner-Hersteller haben trotz schwächelnder Absätze im Heimatland Frankreich 2017 so viel Umsatz gemacht wie noch nie. Stärkere Exporte und höhere Preise brachten den Umsatz mit dem noblen Schaumwein im vergangenen Jahr auf den Rekordwert von 4,9 Milliarden Euro, wie der Champagner-Verband in der Stadt Épernay mitteilte. Das toppt den bisherigen Höchstwert von 4,75 Milliarden Euro im Jahr 2015.

Insgesamt wurden 307,3 Millionen Flaschen Champagner abgesetzt, 0,4 Prozent mehr als in 2016. Die Hälfte (153,7 Millionen) blieb in Frankreich, dort sank der Absatz damit im Jahresvergleich um 2,5 Prozent. Die Exporte stiegen hingegen um 3,5 Prozent auf 153,6 Millionen Flaschen. Der Name Champagner ist Schaumwein aus der gleichnamigen Region eineinhalb Autostunden östlich von Paris vorbehalten. Anbaufläche und Verarbeitung der Trauben sind streng reglementiert und kontrolliert. GW/dpa