Wein
01. Oktober 2011

Wilde Winzer aus Deutschland und ihr Wein

fotos_andreas_durst/Rechenberg (1)

Fotos: Andreas Durst

Das Magazin Falstaff stellt ein Dutzend junger deutscher Winzer und ihre Weine vor: Lukas Krauß, Andreas Schick, Markus Hinterbichler, Markus Klumpp, Christian Müller, Benedikt Baltes, Stefan Winter, Christian Stahl und andere

Eine wilde Generation übernimmt die Weingüter in Deutschland. Es sind nicht nur die Kinder von bekannten Winzern, sondern auch Quereinsteiger, Idealisten, vielleicht sogar Visionäre, die etwas Neues erschaffen.

Und dabei andere Wege gehen: Dynamisch denken, mit Mut zur Provokation und schrägen Etiketten. Der Flascheninhalt bleibt dabei entscheidend - und beweist den unbedingten Willen, Spitzenweine zu erzeugen.

»Wenn die Reben vis-à-vis vom Kohlacker stehen, am östlichsten Rand des Pfälzer Weinbaugebiets, und der Weinbauer ein Newcomer mit Spleens und Visionen ist, kann es sich nur um Lukas Krauß handeln.« So beginnen die Texte auf seiner Homepage - und spinnen den Faden poetisch weiter: »Seine Felder liegen wenige Kilometer Luftlinie von der Weinstraße entfernt, wo die liebliche Hügellandschaft in Ackerfläche übergeht.«

Das trifft den Kern und spiegelt exakt seine Philosophie wider: Lukas Krauß versteht sich als Weinbauer unter den Winzern. Wie sein Großvater und Vater möchte er den Kopf tief in den Acker pressen und die Erde kauen, auf der der Wein wächst - so wie es vor vielen Generationen die Mönche taten, um zu bestimmen, welche Traubenarten am besten zu den Böden passen.

Genauso erdverwachsen ist Lukas Krauß. Der erst 23-Jährige macht Wein der alten Schule, er hat sein Handwerk bei Martin Franzen gelernt, dem Weingutsverwalter von Müller-Catoir. Heute übernimmt der sensible Hutträger jedes Jahr nur so viel Anbaufläche von seinem Vater, wie es die Zeit erlaubt, um den Pflanzen die nötige Aufmerksamkeit und Geduld zu widmen - ein weicher Generationenübergang.

»Wein entsteht im Kopf«, sagt Andreas Schick und könnte mit diesem Satz auch eine Doktorarbeit beginnen. So wie viele Köche die Aromen neuer Gerichte vorher im Geiste schmecken, definiert auch er bereits vor dem Keltern den Geschmack seines Weines. Schick ist mit 47 Jahren zwar der älteste Wilde, aber es ist erst sein dritter Jahrgang seit 2008 in Württemberg. Den 2010er hat er aus Qualitätsgründen ausgelassen. Zehn Jahre lang war Schick Aufsichtsrat der Genossenschaftskellerei Heilbronn. Dann hat der kritische Kopf seine Freiheit gesucht - und das Handelshaus Schick & Springer gegründet."

Lesen Sie weiter auf falstaff.de

Fotos: Andreas Durst