Berlin
07. Februar 2016

Das Restaurant im Hotel Zoo Berlin Grace and Holy shit zur Berlinale

Fotos: Design Hotels/Hotel Zoo

Das hippe Grace wird eines der angesagtesten Restaurants zur Berlinale werden. Zumindest im Westen der Hauptstadt.

Von Rose Marie Donhauser

Natürlich nehmen Sie den Eingang vom Hotel Zoo, auch wenn es einen separaten Bar- und Restauranteingang gibt. Genießen Sie das glamouröse Flair beim Betreten des Hotels, über die Teppiche mit springenden Leoparden schreitend. Achten Sie auf die vielen Requisiten aus Babelsberg, die in der Neugestaltung des einstigen VIP-Hotels der 50iger Jahre von der amerikanischen Designerin Dayna Lee perfekt in Szene gesetzt wurden.

Das Restaurant im Hotel Zoo Berlin | Grace and Holy shit zur Berlinale Fotos: Design Hotels

Zum Restaurant geht es durch den "Livingroom", der mit einem fünf Meter langem offenen Kamin und einer überdimensionalen alten Wohnungstür eine "Town-House-Atmosphäre", eine Mischung aus New York, London und - eben Berlin, schafft.

Das Restaurant im Hotel Zoo Berlin | Grace and Holy shit zur Berlinale Fotos: Design Hotels

Das großzügig gestaltete Restaurant Grace betört mit seiner klassischen Eleganz und der Liebe zum Detail. Der Blick fällt auf die goldenen Säulen sowie die Kronleuchter, die in Vogelkäfigen mittig im durchgestylten Esszimmer schweben. Der Gast kann zwischen gemütlichen cognacfarbenen Ledersesseln oder grünen Samtstühlen wählen, am offenen Kamin und zentral an langen gemütlichen Bänken. Dayna Lee schuf im Grace eine Balance zwischen Tradition und Moderne, die auf den Gast unglaublich wohltuend wirkt. Das Publikum ist international, eine gute Mischung, die Lebensfreude und kreatives Potential ausstrahlt. Noch deutlich spürbarer wird das in der Grace Bar, die spätabends die letzten Gäste beim Verlassen des Restaurants magisch festhält.

Das Restaurant im Hotel Zoo Berlin | Grace and Holy shit zur Berlinale Fotos: Design Hotels

Der Service ist aufmerksam und auch bei der Auswahl zwischen drei Tischen, minutenlang mehr als zuvorkommend und kooperativ. Nina kommt mit bestelltem Craftbeer an den Tisch, fragend ob im Glas eingeschenkt oder nur die Flasche gewünscht sei. Soll man hier wirklich aus der Flasche trinken? Sie sagt: "Das können Sie machen, wie Sie es gerne mögen."

Das neue "Eating and Drinking Concept" vom Grace ist das Gegenteil von steif, der Gast wird betreut, nicht lästig beraten oder bevormundet. Alles ist möglich, die Wünsche werden auf Umsetzbarkeit geprüft und ein Nein scheint hier ein No-go zu sein.

Die Speisenkarte ist im Angebot knapp gehalten, was zum einen für die Frische der Produkte sowie eine gute Logistik spricht und zum anderen - die persönliche Entscheidung beschleunigt.

Die Ankündigungen sind international, Namen wie "Asia Burrata" schüren die Neugier. Auf dem Vorspeisenteller sind Feige, Zucchini, Rauchmandel, Yuzo und Kirschtomate für stattliche 16 Euro. Es war insgesamt ein bisschen zu scharf, aber das hat der buttrig cremige Italiener aufgesaugt. Die Hauptspeisen bewegen sich zwischen 21 (Thai Chicken Salad) und 48 Euro (Lobster oder Prime Rib) und werden dann durch die bestellten Beilagen richtig teuer. Zum Label Rouge Lachsfilet, serviert auf grüner Currysauce mit gegrilltem Gemüse und Mango, bestellten wir Süßkartoffel Fries und jungen Pak Choi.

Das Geschmackserlebnis war gut, es gab keine Kritikpunkte, aber dennoch mochte der Gourmet-Kick nicht so richtig einsetzen. Crunchy Ong Tho Schaum für 12 Euro, offerierte die ganze Haptikpalette von karamellig-krosser Teigrolle, gefüllt mit parfümiertem Teeschaum, etwas Mangowürfel und einer Kugel Eis. Die kulinarische Richtung im Grace formiert sich wie ein "Meltingpot". Dabei wird traditionelles neu überarbeitet, akzentuiert mit gewagten Aromen, die das Hauptprodukt allerdings nicht übertünchen sollen. Vielfach geht es dabei in die asiatische Richtung, wie z.B. bei den DUCCA LAMB CHOPS mit Blumenkohl, Ducca (äthiopische Gewürzmischung), Rucola & indischem Gurken-Raita.

Bei den vielen leckeren Cocktails und der guten Auswahl an Weinen setzt am offenen Kamin Entspannung pur ein. Es gibt viel zu gucken, die Szenerie fühlt sich behaglich an und irgendwer sagt noch, dies wäre das Borchardt in City-West.

Hintergrund: Zu den besten Restaurants der Berlinale

Eure Rose Marie

GRACE, Kurfürstendamm 25, 10719 Berlin, Telefon:030 88437750, grace-berlin.com