WEIN
07. November 2014

Gault Millau Wein-Guide Thomas Haag ist Winzer des Jahres

Alle Siegerweine, Aufsteiger und Neulinge - Thomas Haag vom Weingut Schloss Lieser erhält die Auszeichnung Winzer des Jahres vom Gault Millau Wein-Guide Deutschland 2015

Der 48-Jährige vom Weingut Schloss Lieser bei Bernkastel-Kues wurde in Mainz ausgezeichnet. «Vor 20 Jahren lag das einst weltberühmte Gut noch im Dornröschenschlaf», urteilte Chefredakteur Joel Payne. «20 Jahre hat Thomas Haag beharrlich und letztlich erfolgreich daran gearbeitet, das Gut wieder zu einem weltweit anerkannten Spitzenbetrieb zu machen.»

Der Winzer sieht den Preis als Bestätigung seiner Arbeit im Weingut - obwohl das Wetter manchmal Widrigkeiten bringe. «Wir haben das von Null aufgebaut», sagte Haag. Damals sei der Zustand der Weinberge schlecht gewesen, der Betrieb habe keine Kunden gehabt. Haag hatte einen guten Mentor: Sein Vater Wilhelm Haag war 1994 der erste «Winzer des Jahres» von Gault&Millau - aber mit einem anderen Weingut.

Die «Kollektion des Jahres» geht nach Baden an das Weingut von Hanspeter Ziereisen in Efringen-Kirchen. Zum «Aufsteiger des Jahres» kürte die Jury Karl Eugen Erbgraf zu Neipperg aus Schwaigern in Württemberg. Als «Entdeckung des Jahres» lobte sie die Sektmanufaktur Strauch im rheinhessischen Osthofen. «Sommelier des Jahres 2015» kann sich Daniel Kiowski aus dem Restaurant Schloss Berg in Perl-Nennig im Saarland nennen. Die «Weinkarte des Jahres» finden Weinfans im Düsseldorfer Restaurant Schorn.

Wie zuverlässig die Bewertungen des Gault&Millau sind, zeigt die Bernhard-Breuer-Trophy. Ein Wettbewerb für gereifte trockene Riesling-Gewächse, der nach 13 Jahren zu den wichtigsten Wettbewerben dieser Art in Deutschland zählt. Joel B. Payne, der sich als Marathonläufer – zuletzt auf der Großen Mauer in China – mit Ausdauer bestens auskennt, freut sich über den diesjährigen Sieger, den 2004er Kirchenstück Riesling trocken des Pfälzer Weinguts Bürklin-Wolf: »Ein schwebender Buddha, voller Strahlkraft und Eleganz.«

Den besten gereiften Spätburgunder tranken die Gault&Millau Tester rund um Joel B. Payne im Weingut des jüngst verstorbenen Starwinzers Bernhard Huber (Baden) mit dem 2004er Wildenstein »R«, den besten fruchtsüßen Riesling beim Joh. Jos. Prüm an der Mosel (2004 Wehlener Sonnenuhr Riesling Spätlese 15/05).

Über 25 Weinexperten kürten auch die Siegerweine des Jahres: Je drei davon kommen aus Rheinhessen, der Pfalz und von der Mosel, einer aus Baden (siehe unten). Der Name Gault&Millau stammt von den Journalisten Henri Gault und Christian Millau, die 1969 in Frankreich erstmals ihren Führer durch die feine Küche herausbrachten. GW/dpa

Die Siegerweine, Aufsteiger und Neulinge 2015:

GMWeinSieger15.pdf116 Ki
GMWein15aufsteiger.pdf476 Ki