News
28. Oktober 2010

Weinpreise steigen

Geringe Erntemengen lassen Preise der Frankenweine steigen

Frankenweine werden wegen der geringeren Ernte in diesem Jahr deutlich teurer. Davon geht der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes, Artur Steinmann, aus. «Der fränkische Wein kann 2010 um fünf bis zehn Prozent teurer werden», sagte Steinmann am Mittwoch in Würzburg. Wetterkapriolen hätten den Winzern zu schaffen gemacht. «Die Ernte fällt um 30 Prozent geringer aus als 2009», sagte Steinmann. Damit seien die Erträge so niedrig wie seit 25 Jahren nicht mehr. Die Einbußen müssten nun durch höhere Preise zum Teil wett gemacht werden.

Das Wetter war in diesem Jahr für die fränkischen Winzer alles andere als günstig. Die Blütezeit im Juni war zu kalt, im August ließen starke Regenfälle und Feuchtigkeit die Reben teilweise faulen. Zahlreiche Trauben mussten in aufwendiger Handarbeit aussortiert werden. Übrig blieben Mengen, die mit 58 Hektolitern pro Hektar deutlich unter dem Durchschnitt der letzten Jahre lagen. Der Qualität der Weine habe das schlechte Wetter und der geringe Ertrag jedoch nicht geschadet, sagte Steinmann. «2010 ist ein guter Jahrgang mit hervorragenden Weinen.»

Vom Wetter profitiert haben die spätreifenden Sorten wie der Silvaner, die sonnigen Tage im Oktober taten der Qualität der Traube noch einmal gut. Der Wein enthalte ausreichend Süße, allerdings habe sich auch viel Säure gebildet, sagte der Chef-Önologe des Bezirks Unterfranken, Hermann Mengler. «Es wird in diesem Jahr wenig Weine geben, die in der Säure nicht korrigiert werden müssen.»

Doch vor allem die magere Weinlese bereitet den fränkischen Winzern Sorgen. «Die Winzer werden trotz der Preiserhöhungen den Gürtel enger schnallen müssen», sagte Steinmann. Ein weiteres Jahr mit derart niedrigen Erträgen sei für einige Weinbauern nicht zu verkraften. «Ein Jahr wie dieses geht nicht nochmal gut.» dpa

2010: Schlechtes Weinjahr in Deutschland

Kleinste Ernte seit Jahren

Weinbau in Franken

In Franken wird schon seit Hunderten von Jahren Wein angebaut. Bereits im achten Jahrhundert bauten Mönche auf den geschützten Lagen am Main und an den Hängen des Steigerwaldes Reben an, um Messwein herzustellen. Heute bewirtschaften mehr als 5200 Weinbaubetriebe von Aschaffenburg bis Bamberg rund 6000 Hektar Rebfläche.    

Pro Jahr erzeugen sie 40 bis 50 Millionen Liter Wein, gut 80 Prozent davon sind Weißweine. Jede dritte Flasche Frankenwein enthält einen Müller-Thurgau, jede fünfte einen Silvaner. Ansonsten füllen die Weinbauern noch Bacchus, Kerner und Scheurebe ab. Beim Rotwein ist mit fast sechs Prozent an der Erzeugung die Domina am weitesten verbreitet.    

In normalen Jahren erwirtschaften die Winzer im Durchschnitt 150 bis 200 Millionen Euro Umsatz. Sie arbeiten dabei meist in Familienbetrieben mit weniger als einem halben Hektar Rebfläche. Weniger als 100 Unternehmen verfügen nach Angaben des Fränkischen Weinbauverbands aus Würzburg über mehr als 10 Hektar. Insgesamt sind in der Branche etwa 15 000 Menschen beschäftigt, die meisten aber nur saisonal oder in Teilzeit.