WEIN
26. Juni 2018

Winzerin Katharina Baumgartner Musik im Wein

Musik war schon immer eine gute Begleitung für den Wein. Winzerin Katharina Baumgartner setzt auf den Battonage-Effekt durch Musik: Er bleibt länger fruchtig und frisch und wirkt viel harmonischer - Von Serhat Aktas

Winzerin Katharina Baumgartner hat ihr Projekt "Musik im Wein" bereits 2015 mit 16 Jahren begonnen. Die Tochter von Wieland Baumgartner, dem Besitzer des größten Weingutes in Österreich, absolvierte ihr Wein- und Obstbaustudium von 2012 bis 2017 in Klosterneuburg. Gleich danach startete die 20 Jahre junge Winzerin ihr eigenes Label "KTI" was für die Abkürzung ihres Spitznamens Kathi steht.

Musik im Wein Winzerin Katharina Baumgartner

Sie entschied sich für das Versuchsprojekt für zwei 10.000 Liter Edelstahltanks, die mit dem gleichen Grünen Veltliner und Hefen gefüllt wurden. Einer dieser Tanks bekam zusätzlich einen wasserfesten Lautsprecher, womit der Wein die ganze Zeit mit Musik beschallt wurde. Die Musik bringt den Wein in Bewegung und wirbelt die Hefe auf, was logischerweise einen Battonage-Effekt hat. Dieser Effekt verursacht ein fülliges, cremiges und vollmundiges Gefühl am Gaumen.

Hinter diesem Projekt steckt ein historisch-physikalischer Grund. Katharina Baumgartner: "Bevor Seefahrer sich auf eine große Reise begaben, beluden sie ihr Schiff mit Fässern voll alkoholischer Getränke. Das Fass, das sich während der Fahrt am Bug des Schiffes befand und somit die meisten Wellen abbekam, hatte immer den besten Inhalt und hat immer dem Kapitän gehört.

Natürlich benötigten die Seefahrer auch Trinkwasser an Bord. Wenn wir ein Glas Wasser einige Tage lang stehen lassen, schmeckt und riecht es nicht mehr allzu frisch, doch auf dem Schiff trat dieser Alterungseffekt nicht (so schnell) ein - durch die Wellenbewegungen blieb das Wasser frisch.

Und genau diese Effekte bewirkt die Musik auch beim Wein. "Er bleibt länger fruchtig und frisch und wirkt durch den Hefekontakt viel harmonischer", sagt Kathi.

Als Kathi 2016 zum ersten Mal die Weine bei Mundus Vini anstellte, bekam der Wein ohne Musik "nur" eine Silbermedaille, während der Wein, der mit Musik beschallt wurde, eine Goldmedaille bekam: Die Verkoster schmeckten die gute Musik heraus!