Genussgipfel Österreich
31. Mai 2018

Wien Top-Gastronomie II Insolvenz Christian Petz

Presse-Fotos Petz im Gußhaus: Herbert Lehmann

In der Wiener Spitzengastronomie gärt es gewaltig: Nach der Insolvenz vom Top-Restaurant Ai hat nun auch der legendäre Meisterkoch Christian Petz mit seinem Restaurant "Petz im Gußhaus" Konkurs angemeldet.

Laut Gläubigerschutzverband AKV EUROPA wurde das Insolvenzverfahren am 29. Mai 2018 am Handelsgericht Wien eröffnet. Aus der Mitteilung: "Herr Petz kann seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Vom Handelsgericht Wien wurde ein Konkursverfahren eröffnet."

Wien Top-Gastronomie II | Insolvenz Christian Petz Presse-Fotos Petz im Gußhaus: Herbert Lehmann

Dem Vernehmen nach soll es sich um eine verhältnismäßig kleine Summe handeln, nicht um Millionen wie im Fall des Edel-Asiaten Ai. Zudem soll sein Verpächter Walter Kainz (interessanterweise ist dieser der Insolvenzverwalter vom Ai) voll hinter Christian Petz stehen und der Betrieb des Gußhauses soll aufrecht erhalten werden.

Christian Petz hatte zuvor das Badeschiff betrieben und hatte sich früher als exzellenter Haubenkoch im Palais Coburg einen Namen gemacht.

Niko meint: Also liebe Wiener, unterstützt den Petz in seinem Gußhaus! Wenn ich demnächst zur VieVinum vor Ort bin, schaue ich in jedem Fall vorbei. Einer wie der Petz hat unseren Respekt verdient!

Petz selbst unterstützt den Samariterbund, siehe Meldung unten.

Petz im Gußhaus, Gußhausstraße 23, 1040 Wien, Dienstag bis Samstag, Tel. +43 1 504 47 50, gusshaus.at

Christian Petz kochte mit Sozialmarkt-KundInnen und ehemals Wohnungslosen

Unter dem Motto "g'schmackig, günstig und gesund" fand das erste Samariterbund-Koch-Projekt mit "Gußhaus"-Wirt & -Koch Christian Petz statt

Christian Petz kochte mit Sozialmarkt-KundInnen Foto: Samariterbund

Am Mittwoch, 30. Mai 2018 kochte der mit zwei Gault Millau-Hauben ausgezeichnete Koch Christian Petz gemeinsam mit ehemals wohnungslosen Menschen und Sozialmarkt-KundInnen. Verwendet wurden dabei Lebensmittel, die im Samariterbund-Sozialmarkt erhältlich sind - eine Vorgabe, die Christian Petz jedoch vor keine Herausforderung stellte.

"Erstens ist das Angebot in den Sozialmärkten sehr gut und zweitens ist es so wie daheim: Man verkocht, was man hat. Wichtig ist, dass auch nicht so gut situierte Menschen frisch, saisonal und regional essen können. Dass wir heute mit frischem Gemüse und Kräutern kochen konnten, freut mich deshalb besonders", so Christian Petz.

Christian Petz kochte mit Sozialmarkt-KundInnen Foto: Samariterbund

An der Seite des vielfach ausgezeichneten Gastronomen ("Petz im Gußhaus") kochte auch seine Schwester Sylvia Petz, Eigentümerin der Wein-PR-Agentur havel & petz: Gemeinsam mit SozialmarktkundInnen und BewohnerInnen der Wohnungslosen-Einrichtung "Haus Max Winter" wurde Bruschetta mit frischen Tomaten, Knoblauch und Basilikum zubereitet.

"Es ist ein einfaches, gutes und günstiges Gericht, für das man wenige Zutaten braucht. Das Brot muss auch nicht super frisch sein, weil's eh ins Backrohr kommt. Wichtig sind gute Tomaten, gutes Olivenöl und frisches Basilikum. Bruschetta ist eine wunderbare Vorspeise und macht glücklich", freut sich Sylvia Petz.

Der Samariterbund möchte mit dem neuen Projekt Freude am Kochen wecken, das Interesse für gesunde Ernährung steigern und zeigen, dass köstliche Speisen nicht teuer sein müssen.

Die 61jährige gebürtige Vorarlbergerin Martha ist Kundin des Sozialmarkts und eine der TeilnehmerInnen am Koch-Projekt: "Ich kaufe hier im Sozialmarkt ein, weil es sehr günstig ist. Es gibt nicht immer alles, aber alles, was ich brauche. Ich fühle mich hier sehr wohl und angenommen und bin froh, heute hier dabei sein zu können."

Oliver Löhlein, Geschäftsführer des Samariterbund Wiens bedankte sich für die großartige Unterstützung: "Ich freue mich sehr, dass wir für das Koch-Projekt den vielfach ausgezeichneten Koch Christian Petz sowie Sylvia Petz gewinnen konnten. Mit diesem Projekt möchten wir einen Beitrag für Menschen leisten, die unter finanziell schwierigen Bedingungen leben. Das Leben an der Armutsgrenze ist mitsozialer Ausgrenzung verbunden. Deswegen sind die Sozialmärkte des Samariterbundes so konzipiert, dass sie Orte des sozialen Austauschs darstellen. Wir fördern Aktivitäten, die Menschen zusammenbringen und verknüpfen diese Aktivitäten mit hilfreichen Informationen und einem Beratungsangebot.

Zahlreiche internationale Studien belegen, dass Armut auch krank macht. Fehlende Ressourcen und Ausgrenzungserfahrungen finden ihren Niederschlag oft unmittelbar in der Wahl krankmachender Lebensmittel. Mit dieser Initiative soll auf lustvolle Weise, das Wissen vermittelt werden, wie einfach mit geringem Mitteleinsatz ein gesundes Essen auf den Tisch gezaubert werden kann.

Der Samariterbund betreibt in Wien drei Sozialmärkte, in denen Menschen mit geringem Einkommen Lebensmittel und Hygieneartikel zu besonders günstigen Preisen einkaufen können.