Mail aus München
07. März 2014

20 Jahre MERUM

Andreas März

Vor zwanzig Jahren brachte Andreas März die erste MERUM auf den Markt, eine Zeitschrift, die sich ausschließlich mit Wein und Olivenöl aus Italien beschäftigt

Diese Idee war eigentlich aus einer Not geboren, denn ursprünglich wollte der Schweizer in der Toskana, nahe Florenz, Olivenöl produzieren. 1979 kaufte sich Andreas März, der Basler Agronom, ein kleines Olivengut und plante fortan mit seiner Familie dort vom Verkauf seines selbst produzierten Olivenöls zu leben. Der schreckliche Frost 1985 zerstörte diese Lebensgrundlage. Um seine Familie zu ernähren, machte er alles Mögliche, unter anderem aber bot ihm Rolf Kriesi, der damalige Vinum Chef, an, für die Weinzeitschrift Vinum als Italien-Redakteur zu arbeiten. 1994 startete er dann als Einmannbetrieb mit MERUM – wie er selbst sagt, mit viel überbordendem Idealismus und wenig Realismus.

Aber, wie man sieht, es klappte und damals wie heute informiert er eine treue Leserschaft sechs mal jährlich über das aktuelle Geschehen der italienischen Weinwelt. Nach wie vor ist der Sitz der Redaktion auf dem hübschen Olivengut in Lamporecchio, aber mittlerweile ist das Team auf zehn feste Mitarbeiter angewachsen.

Wer Andreas März kennt, weiß, dass er seinen ganz eigenen Kopf und eine eigene Meinung, die er uneingeschränkt kundtut. Auf seine journalistische Unabhängigkeit ist er zu Recht stolz. Im Unterschied zum derzeitigen knappen Schreibstil legt er großen Wert darauf, jeweils ausführlich eine italienische Appellation über viele Seiten zu beschreiben. Voran geht natürlich eine sorgfältig und kritische Recherche vor Ort.

Einmalig und überaus beliebt ist sein "Test" JLF, das steht für "je leerer die Flasche um so besser der Wein". Das Wort "Test" setzt er dabei ganz bewusst in Anführungszeichen, denn bierernstes Punktezählen ist nicht sein Ding. Nicht der Wein mit der höchsten Punktebewertung ist der beste Wein, sondern der Wein, dessen Flasche leer getrunken wurde.

Einer breiten Öffentlichkeit wurde Andreas März bekannt, als er das Olivenöl des Ölkonzerns Carapelli im Jahr 2005 als "ranziges und stinkendes Olivenöl" beurteilte. Den Prozess, den die Firma gegen ihn führte, gewann er, und das Gericht bestätigte, dass dies keine üble Nachrede war. Heute zählt der Chefredakteur von MERUM zu den absoluten Spezialisten, wenn es um Olivenöl geht. Bisher sind bereits drei Dossiers über Olivenöl erschienen.

Bei seinen Lesern und den vinophilen Genießern die in der Toskana Urlaub machen, sind vor allem seine Montagstreffs beliebt. Einmal im Monat an einem Montag wird unter Olivenbäumen geplaudert, verkostet, getrunken, werden Meinungen und Informationen über Wein und Olivenöl ausgetauscht, Fragen gestellt und Anregungen ausgetauscht. Wer es einmal erlebt hat, kommt immer gerne wieder, nicht zuletzt auch wegen der unwiderstehlichen, einzigartigen, hauchdünnen frisch gebackenen Pizzen, die seine Frau frisch aus dem Holzofen auftischt.

Keine Zeit um in die Toskana zu fahren? Andreas März und sein Redaktionsteam haben anlässlich des 20. Geburtstags einen großen Stand auf der ProWein, und mit dabei sind hoch geschätzte Winzer aus den 23 verschiedenen Appellationen. Es gibt unter anderem den großartigen Marsala von Marco De Bartoli, ältere Barolo-Jahrgänge von Burlotto und den eleganten Chianti Classico von Isole e Olena zu verkosten.

Zudem kann man jeden Tag zwischen 10 bis 14 Uhr mit dem Merum Redakteur und Profiverkoster Jobst von Volckamer Olivenöle verkosten.

Kommen Sie und gratulieren dem Jubilar und seinem Team für 20 Jahre großartige Berichterstattung aus dem Land wo nicht nur die Zitronen blühen, sondern auch gute Weine entstehen. Tanti auguri und complimenti!

Merum Stand auf der ProWein: Halle 3/R50, erster Gang, von der Halle 4 in die Halle 3 kommend.

Eure

Monika Kellermann