Mail aus München
02. März 2017

Enterprise Greece im Münchner Königshof Griechischer Wein

Enterprise Greece im Münchner Königshof | Griechischer Wein

Mail aus München: Der griechische Master of Wine Yannis Karakasis präsentierte eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl griechischer Spitzenweine zu einem darauf abgestimmten Menü von Küchenchef Martin Fauster im Münchner Königshof.

Griechischer Wein muss längst nicht rot sein und vor Melancholie triefen, so schön der Song von Udo Jürgens auch sein mag. Die neue Generation griechischer Winzer zeigt welch Potenzial in den griechischen Weinregionen - von Nord nach Süd - steckt, und dass nicht nur die Roten sondern vor allem auch griechische Weißweine durchaus begeistern. Die griechische Organisation Enterprise Greece lud Journalisten und Sommeliers zu einem genussvollen Kennenlernen in den Münchner Königshof ein.

Enterprise Greece im Münchner Königshof | Griechischer Wein

Yiannis Karakasis, der als zweiter Grieche 2015 den Titel Master of Wine erlangte kommentierte die zwölf Weine und gewährte einen Einblick in die griechische Weinkultur. Griechenland kann nicht nur auf eine historische Weinkultur zurückblicken, es ist heute die Heimat spannender Weine, die vorwiegend aus autochthonen Rebsorten von leidenschaftlichen und weltoffenen Winzern gekeltert werden. Zudem gibt es im Hellas-Land faszinierende Terroirs wie Santorini, Amyndeon, Naoussa und Nemea, um nur einige zu nennen, die Vorreiter sind für beeindruckende charaktervolle Weine.

Zwei in ihren Charakteren sehr unterschiedliche autochthone Weißweine wurden zu den zwei Vorspeisen gereicht: Malagousia, ein Weißwein mit einem einzigartigen, unvergleichlichen Aroma, das an Minze, Zitrusfrüchte, tropische Früchte und frische Pfefferkörner erinnert. Der erste Wein, Jahrgang 2016, kam vom Weingut Wine Art Estate aus Mazedonien, der zweite, Jahrgang 2015, kam von der Domaine Porto Carras von Halkidiki.

Enterprise Greece im Münchner Königshof | Griechischer Wein Als Kontrast dazu zwei Weine aus 100 Prozent Assyrtiko die sicherlich spannendste Weißweinsorte Griechenlands. Beide Weine (von den Weingütern Vassaltis Winery und der Domaine Sigalas) waren Jahrgang 2015 und kamen von Santorini, der Insel mit dem perfekten Terroir für diese Rebsorte. Besonderen Anklang, auch in der Harmonie mit dem King Prawn, dem Krabbentatar und dem gelben Linsencurry fand der Assyrtiko von Sigalas. Bezeichnend für die autochthone Rebsorte Assyrtiko sind vor allem die Mineralität und ein angenehmes, nicht sehr intensives Fruchtaroma.

Vom noch sehr jungen Weingut Biblia Chora aus Mazedonien kam ein ausgewogenes und überaus gelungenes Cuvée aus 50 % Assyrtiko und 50 % Sémillon, eine Rebsorte die nur in geringen Mengen angebaut wird. Als zweiter Wein zum Wolfsbarsch mit Topinambur und Nussbutter wurde ein Chardonnay 2015 vom wohl berühmtesten Weingut Griechenlands Ktima Gerovassiliou kredenzt. Ein überaus eleganter Vertreter dieser internationalen Rebsorte. Die Barriquenoten waren harmonisch integriert und der Wein begleitete nicht nur sehr gut das Gericht, er bereitete echte Trinkfreude.

Bei den Rotweinen standen sich eine internationale und eine autochthone Rebsorte gegenüber. Ein100 prozentiger Cabernet Franc 2011 von der Domaine Costa Lazaridi (Weinregion Drama) und ein 2013er Rotwein aus der autochthonen Rebsorte Agiorgitko von Gaia Wines in der hoch geschätzten Weinregion Nemea. Argiorgitiko ist die bekannteste heimische Rebsorte auf dem internationalen Markt. Die tiefroten Weine erfreuen den Gaumen mit Noten von Kirschen und Himbeeren untermalt von süßen Gewürzaromen, Kaffee und Schokolade.

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Beide Weine waren, jeder in seiner Art, ein echtes Gaumenerlebnis. Samtig mit ausgeprägten noblen Tanninen machten beide Weine bereits jetzt schon Spaß, aber, insbesondere dem Agiorgitiko, steht noch eine große Zukunft bevor. Rotweine die zu den Ochsenbäckchen mit den weißen Karotten und dem Périgord Trüffeln hervorragend harmonierten.

Die edelste rote Rebsorte Nordgriechenlands heißt Xinomavro und zwei Weine dieser Rebsorte, jeweils vom Jahrgang 2013, wurden zum Lamm mit weißen Bohnen und Auberginen serviert. Der Diaporos von PGI Imathia vom Weingut Kir-Yianni war ein Cuvée aus 92% Xinomavro und 8 % Syrah, der dem Wein noch zusätzliche Würzigkeit verlieh.

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Der Xinomavro Reserve Veilleis Vignes vom Weingut Alpha Estate in der Region Amyndeon erinnerte ein wenig an die jungen Nebbioloweine. Die Gerbsäure war noch sehr präsent und überdeckte ein wenig die wunderbaren Aromen roter wilder Beeren, reifer Kirschen und schwarzer Oliven. Zwei Weine die nach einigen Jahren erst so richtig ihre Geschmacksvielfalt und Größe zeigen werden.

Zwei Vinsanto von Santorini vorwiegend aus Assyrtiko, Jahrgang 2007 von der Artemis Karamolegos Winery und ein weiterer Vinsanto Jahrgang 1992 vom Argyros Estate bildeten einen großartigen Abschluss dieser beeindruckenden Verkostung griechischer Topweine.

Ohne Zweifel beeindruckten die Weine aus Griechenland und zeigten deutlich, dass sich viel bewegt hat im Hellas Land und eine kleine Schar von Winzer einen guten Weg gefunden hat zwischen Tradition und Innovation. Bleibt nur zu hoffen, dass man auch in Bezug auf einen klaren Handel weitere Vorschritte macht: also nicht für einen Verwandten der einen Gemüseladen in Deutschland betreibt andere Preise nimmt, wie für einen interessierten Importeur.

Wer mehr über die etwa 30 griechischen Winzer die sich zur Vereinigung Enterprise Greece zusammengeschlossen haben und deren Präsidenten Stellios Boutaris (Besitzer des Weinguts Kir-Yianni) ist, erfahren und die Weine verkosten möchte, besucht am besten auf der ProWein Halle 9 Stand A66/ C75.

Monika Kellermann